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Neben unseren Aktionen und Informationen machen wir Sie heute auf folgende Mitteilungen aufmerksam:

Unsere Verpflichtung zur Bewahrung der Schöpfung, unsere Ehrfurcht vor allem Leben und die Beachtung der Menschenrechte sollte uns Menschen streng verbieten eine Technik zu entwickeln und betreiben, die im schlimmsten Falle ihres Versagens (dem maximal möglichen Störfall ohne Berücksichtigung seiner Eintrittswahrscheinlichkeit) einen nach diesen allgemeinen Grundsätzen inakzeptablen* Schaden verursachen kann!

*Inakzeptabel ist insbesondere, wenn der Schaden in hohem Masse andere (jetzt oder in der Zukunft) trifft als die Nutzniesser dieser Technik.

(aus “Wieviel menschliche Aktivität verträgt die Biosphäre? ” von Hans-Peter Dürr, 9. Mai 2007, Technopark Zürich)

“Ich nenne nur einen Grund, der für mich als Kernphysiker ein absolutes Nein zur Kernenergie bedeutet: Wir Menschen sollten nie und nimmer Technologien entwickeln, die bei einem maximal möglichen Störfall zu einem Schaden führen, der nicht mehr von uns verantwortbar ist. Und diese Forderung muss gelten, ganz gleich, welche Wahrscheinlichkeiten für den Eintritt eines solchen Störfalls ausgerechnet worden sind.” 

(Text aus seinem Buch “Warum es ums Ganze geht” - Neues Denken für eine Welt im Umbruch)

(Hans-Peter Dürr, 1958-1976 Mitarbeiter von Werner Heisenberg,  ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik in München, Träger des Alternativen Nobelpreises für Physik, Mitglied des Club of Rome, Mitbegründer der Quantenmechanik - bedeutender Querdenker und Impulsgeber)

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SES-Medienmitteilung, 31. August 2010

Am 1.9.2010 startet die Anhörung des BFE zur Etappe I der Atommülllager-Standortsuche. Diese Suche ist jedoch völlig verfrüht, denn das Lagerkonzept der Nagra ist nicht ausgereift. So nicht! findet deshalb die SES.

Nach über 30 Jahren Forschung ist das Problem der hochradioaktiven Abfälle weltweit noch nicht gelöst. Zwar wurde das von der Nagra vorgelegte Lagerkonzept 2006 vom Bundesrat abgesegnet, doch sind unzählige technische Fragen bis heute nicht beantwortet. Das Nagra-Konzept verfolgt ein «Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn»-Prinzip, denn das Lager soll dereinst vollständig verschlossen und nicht überwacht werden. Dies kann fatale und teure Überraschungen für die Zukunft und damit für die kommenden Generationen bergen. Bevor die Bevölkerung aufgefordert wird mitzureden, muss ein ausgereiftes Konzept auf den Tisch, das Antworten auf die offenen Fragen gibt:

  • Technische Aspekte? Die Nagra weiss nicht, welches Behältermaterial das richtige ist und wie sie mit der Gas- und Wärmeentwicklung umgehen soll.
  • Markierung? Noch immer ist unklar, wie das Atommülllager über 33´000 Generationen markiert werden soll. Was ist, wenn in 500 Jahren genau dort nach Erdwärme gebohrt wird?
  • Überwachung und Rückholbarkeit? Der Atommüll muss jederzeit kontrolliert und im Notfall zurückgeholt werden können. Das Problem: Die Nagra sieht keine Langzeitüberwachung vor.

Kein Gleichstand bei der geologischen Standort-Abklärung
Die Nagra hat die Standortauswahl unsorgfältig durchgeführt. Da nicht überall dieselben Untersuchungen gemacht wurden, ist die Geologie der Standorte zum heutigen Zeitpunkt nicht wirklich vergleichbar. Mittlerweile bemängelt das auch der Ausschuss der Kantone (AdK). Er spricht von «verbleibenden Ungewissheiten in den geologischen Standortgebieten», die ausgeräumt werden müssen. Am selben Strick ziehen auch die unzähligen Bürgerbewegungen, die sich in den Regionen formiert und in Vereinen organisiert haben.

Die Standortsuche lenkt von den ungelösten Problemen und offenen Fragen ab. Die Schweiz braucht reversible Lösungen auf Zeit, statt Scheinlösungen für alle Ewigkeit.

» zum Online-Einspracheformular

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IPPNW-Pressemitteilung vom 31. August 2010:

19. Weltkongress der IPPNW in Basel

 

Die Resolution bezeichnet Uranabbau und die Produktion von Yellowcake außerdem als eine „Verletzung der Menschenrechte“. Das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit, auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung, auf den Schutz der Menschenwürde und auf sauberes Wasser sind nach Ansicht der Ärzte nur einige der Menschenrechte, die durch Uranabbau und seine Weiterverarbeitung verletzt werden.

Die Resolution ist ein Resultat der am 26. August 2010 in Basel tagenden Konferenz „Sacred Lands, Poisoned Peoples“ über Uranabbau. Aktivisten aus allen Hauptfördergebieten der Welt, viele davon Repräsentanten indigener Völker, hatten sich über Gesundheitsfolgen und Umweltschäden ausgetauscht. In der Folge haben Delegierte der deutschen und schweizer IPPNW Sektionen die Resolution mit dem Aufruf zur Ächtung von Uranabbau bei der zweijährlichen Sitzung der internationalen IPPNW-Föderation eingebracht.

Die Ergebnisse der Konferenz in Basel zeigen, dass Uranabbau das Grundwasser kontaminiert, und die Radioaktivität in den Abraumhalden, Tailings und Verdunstungsbecken verbleibt. Uran und seine radioaktiven Zerfallsprodukte sind hoch giftig. Sie greifen innere Organe und die Atemwege an. Die präsentierten wissenschaftliche Studien zeigen, dass folgende Krankheiten durch die Exposition von Radon, Uran und seine Zerfallsprodukte verursacht werden: Bronchial- und Lungenkrebs, Knochenmarkkrebs, Magen-, Leber-, Darmkrebs, Krebs der Gallenblasen, der Nieren und der Haut, Leukämie und andere Bluterkrankungen, psychische Störungen und Geburtsfehler.

Die IPPNW sieht die Verbindung zur Weiterverbreitung von Atomwaffen als besonders relevant für ihre Arbeit. Ein Ende von Uranabbau würde außerdem den Ausstieg aus der Atomenergie beschleunigen und die Dringlichkeit eines Umstiegs auf Erneuerbaren Energien verstärken.

Mehr Informationen über die Konferenz und Uranabbau sowie den vollständigen Text der Resolution finden Sie auf: www.nuclear-risks.org

Kontakt:
Anne Tritschler, Tel. 030 698074-14, tritschler@ippnw.de
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in Sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de

IPPNW Resolution zur Ächtung von Uranabbau (engl.)

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