Atomlobby drückt aufs Gaspedal

Die Atomlobby drängt, sie will neue AKWs bauen. Und dazu braucht sie endlich eine brauchbare Abfalldeponie. Bei diesem Tempo wirds der Nagra schwindlig. Statt die technischen Probleme zu lösen, fährt die Nagra mit grossem Getöse und einem Pseudo-Mitbestimmungsverfahren durchs Land und sucht den Standort des geringsten Widerstandes. Doch die offenen Fragen wiegen schwer: 1. Seismische Untersuchungen und eine einzige Bohrung sollen qualitativ genügend detaillierte Infos liefern in all den Gebieten, wo eine Deponie in Frage käme? 2. Luftfeuchtigkeit führt zum Zerfall des Opalinustons. Wie dieser bei den Grabarbeiten dagegen geschützt werden soll, ist offen. Beton hat sich als ungeeignet erwiesen. 3. Ob die Deponiekavernen in 500-900 Meter Tiefe mit einem Schacht (Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI) oder mit einem kilometerlangen Tunnel (Nagra) erschlossen werden sollen ist strittig. 4. Ebenfalls strittig ist die unbedingt nötige Rückholbarkeit; ENSI und das Paul Scherrer Institut sind klar dafür, die Nagra will alles zustopfen und die Stelle oberflächlich „kennzeichnen“. 5. Niemand weiss, wie die Giftbehälter gegen die Aggressivität des salzigen Meerwassers im Opalinuston geschützt werden können. 6. Niemand, aber auch gar niemand kann etwas aussagen über das  Verhalten der Radioaktivität in den Behältern und im nur 100 Meter dicken Opalinuston während Hunderttausenden von Jahren. Die Nagra versucht diese langen Zeiträume mit dem Vergleich mit geologischen Zeitangaben herunterzuspielen. Ein übles Spiel. All diese Fragen zeigen, dass der Sicherheitsbegriff der Nagra dem unermesslichen Gift und den langen Zeiträumen nicht gerecht wird. Und mit diesem massiven Fragenkatalog und den untauglichen Sicherheitsbeteuerungen soll nun so rasch wie möglich eine milliardenschwere Baustelle eröffnet werden. Unglaublich, wie da vorgegangen wird! Da muss Widerstand geleistet werden, nicht nur im schönen Zürcher Weinland. Es gibt nur eine Lösung: Aussteigen aus der lebensbedrohlichen Atomtechnologie und die Milliarden in die erneuerbaren Energien investieren.

Johannes Herter-Leu, Andelfingen                                                                      

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