Rückblick auf den MenschenStrom 2012 in Mühleberg

Die Kernfrauen am Menschenstrom 2012 zum Atomkraftwerk Mühleberg

Eine zahlreiche Schar von Kernfrauen, Sympathisantinnen und zugewandten Männern
haben am frühlingshaften Sonntagmorgen des 11. März 2012 gemeinsam die Reise nach Bern und Gümmenen gemacht. Wir reihten uns locker mit unsern Fahnen, Transparenten und Sandwich-Tafeln in den Menschenstrom ein.

Dank der Kernfrauentafel haben wir uns nie ganz aus den Augen verloren. Niemand hatte vergessen, dass der Tag zum Gedächtnis der Katastrophe von Fukushima gewählt worden war.
Trotzdem hatte der ruhige Marsch mit den unzähligen Wimpeln, Transparenten und Ballonen etwas Festliches.

Der Weg führte durch die prächtige gedeckte Saanebrücke von Gümmenen zum Dorf Mühleberg und zum Kundgebungsplatz mit Blick auf das Atomkraftwerk Mühleberg. Da angekommen entfalteten die Kernfrauen für eine Weile ihr grosses Tuch „Widerstand wirkt  Wunder“, um damit Nachfolgende zu begrüssen.

Der Menschenstrom schien endlos zu fliessen, und auf dem Platz überraschte und erfreute die bunte Menge an jungen Familien und Kindern.

Ein stossartiger heftiger Wind machte es nicht einfach, den Reden  zu folgen. Berührend waren die Worte des Japaners Atsushi Nojima: Es gäbe für die Familien, die nahe, jedoch ausserhalb der Evakuierungszone der Reaktoren wohnen, zwei Möglichkeiten, weiter zu leben: Die Trennung der Familie oder die Krankheit. Zur ersten: Die Frauen evakuieren mit den Kindern freiwillig, ohne jegliche Entschädigung, und trennten sich vom Mann, der weiter für die Finanzierung der Familie aufkomme.
Zur zweiten: Die Familie bleibe zusammen und setze sich den erhöhten Strahlenwerten aus.

Das Schweigen für Japan dehnte sich dann vom Bühnenrand über das Kundgebungsgelände aus. Betroffenheit, Hilflosigkeit, Solidarität und eine tiefe Trauer breiteten sich aus.

In der Petition an den japanischen Premierminister war zu lesen: Ein Nebeneinander von Menschheit und Kernkraftnutzung stellt keine Möglichkeit dar.

Nein, es waren nicht so viele Teilnehmende wie vor einem Jahr, als der Schock von Fukushima noch sehr schmerzhaft wirkte und die Schweiz noch am Bau weiterer AKW festhielt. Doch die
Zahl von 8000 Menschen, die von nah und weiter weg da zusammen kamen und Solidarität bezeugten, war beeindruckend und ermutigend.

Den Heimweg traten wir in kleineren Gruppen an, entweder direkt oder wieder wandernd, der Aare und der Saane nach.

Für die Kernfrauen Brigitt und Renate

 

 

 

 

 

 

 

 

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