Risiken statt Sicherheit

Leserbrief veröffentlicht in der „Andelfinger Zeitung“ vom 8. Juni 2012:

Die Nagra im Weinland

Risiken statt Sicherheit

2006 hat der Bundesrat den Entsorgungsnachweis der Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) für die Lagerung dieser gefährlichen Abfälle gutgeheissen. Trotz dieser eher theoretischen Realisierungsmöglichkeit des Tiefenlagers agiert die Nagra, als müssten für die Projektrealisation nur noch untergeordnete Fragen geklärt werden. Stattdessen wären aufgrund des hochgiftigen Materials vielmehr Transparenz, ein hohes Risikobewusstsein und ein Vorgehen ohne Zeitdruck angezeigt.

Das ist leider gerade in der Frage der  Oberflächenanlage, die im Weinland zu liegen käme, nicht der Fall. Alle drei von der Nagra vorgegebenen Standortsmöglichkeiten für dieses riesige Gebäude liegen im Bereich eines grossen Grundwasserreservoirs. Die widersinnige Trennung der Bearbeitung von Oberflächenanlage und Tiefenlager ist an sich ein Risiko, weil vom Betriebsgebäude ein Tunnel von mind. 5 km Länge durch das Grundwasser hindurch in das vorgesehene Lager in zirka 500 Meter Tiefe gebaut werden müsste. Schon der Bau dieses Tunnels wäre für das Grundwasser ein grosses Risiko. Durch diesen Tunnel soll zudem hochradioaktives Material ins Lager hinunter transportiert werden. Risiken, dass radioaktive Stoffe aus der heissen Zelle im Betriebsgebäude in die Umwelt gelangen oder dass ein Leck entsteht im Tunnel und Wasser ins Tiefenlager sickert, sind trotz perfekter Planung nicht auszuschliessen. Diese Risiken widersetzen sich einer Bewertung, da die Zeiträume für die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses und das allfällige Schadenausmass unfassbare Grössen sind.  Und all das ist geplant auf, in und unter einem Grundwasserträger, der mit dem Rhein verbunden ist und nicht nur für die Schweiz, sondern für Millionen von Menschen am Rheinlauf bis zum Meer von existentieller Bedeutung ist. Unglaublich, was da unter dem Titel „Sicherheit“ für Risiken eingegangen werden, wo eigentlich absolute Nulltoleranz auf lange Sicht angesagt ist. Gemäss Bundesverwaltungsgerichtentscheid vom 1. März 2012 darf das AKW Mühleberg wegen gravierenden Sicherheitsmängeln nur noch bis Juni 2013, statt unbefristet, betrieben werden. Das Sicherheitsdenken der Atomaufsichtsbehörden ist offensichtlich ungenügend, was auch die vielen Sicherheitsbeteuerungen der Nagra fragwürdig macht.  Aus all diesen Gründen bedeutet das Projekt Tiefenlager Weinland mit der gigantischen Oberflächenanlage für das Grundwasser, die Schöpfung, die Bevölkerung und die kommenden Generationen im Weinland ein inakzeptables Gefahrenpotential, dem gegenüber entschiedener Widerstand geleistet werden muss.

Johannes Herter-Leu

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Rückblick Frühlingsmarkt 2012

 

          

 

Frühlingsmarkt 2012

Trotz dicker, grauer Wolken und schlechter Wetterprognose bin ich mit dem Velo nach Kleinandelfingen unterwegs zum Frühlingsmarkt. Regenhosen habe ich keine dabei nach dem Motto: „So schlimm wird’s wohl nicht werden.“ So eine Dummheit! Mit klatschnassen Hosen komme ich beim Stand an. Da traue ich aber meinen Augen nicht: Die Hälfte aller Kränzchen sind um 11.00 Uhr schon verkauft! Es scheint, dass Menschen gezielt an unsern Stand kommen , um die Blumenkränzchen zu kaufen, als Geschenk zum Muttertag oder für sich selbst.

Eine Kollegin schickt mich ins Kaffee, um mich zu trocknen und aufzuwärmen. Wie gut dies tut. Einmal mehr schätze ich unsere gute Teamarbeit.

Gespräche über das Endlager kommen bei diesem Hudelwetter kaum zu stande.

Zum Schluss haben wir einige hundert Franken verdient. Allen, die dazu beigetragen haben, sage ich herzlichen Dank.

Nun kommt mir meine Dummheit vom Morgen und mein Motto, „So schlimm wird’s wohl nicht werden“ wieder in den Sinn. Denken nicht viele Menschen so über das Endlager? Und die Folgen? Wer denkt daran?

21. 5. 2012 Ursula Trachsler

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„Respekt vor der Umwelt“

Den Schulterschluss zwischen futuristischer Kunst und Erneuerbaren Energien gewagt

Der international renommierte italienische Video-Künstler Fabrizio Plessi präsentiert auf der Intersolar 2012 sein neuestes Projekt.

Das ungewöhnliche Projekt  mit dem Titel „MONUMENTA“ in den Tempelruinen der sizilianischen Stadt Agrigento verbindet die Inhalte antiker Philosophie mit den Errungenschaften moderner Technik. Plessi hat dafür neun monumentale, begehbare Turmbauten aus Tuffstein in die antiken Ruinen im Tal der Tempel von Agrigento in Sizilien integriert. Mit Bezug auf die Weltanschauung des antiken Philosophen Empedocles sind in den Türmen Videoinstallationen zu sehen, welche die Naturgewalten rund um Feuer, Wasser, Luft und Erde aufgreifen.

Durch die Unterstützung der SiG Solar Unternehmensgruppe kann der Künstler in seinem Projekt „MONUMENTA“ die Energie der Sonne direkt für seine Installation nutzen. Die auf den Dächern installierten PV-Module liefern emissionsfreien Strom und geben dem Kunstwerk eine ganz neue Dimension. „MONUMENTA“ wird bis zum 5. November 2012 auf dem Gelände des „Parco Archeologico e Paesaggistico Valle der Templi di Agrigento“ (Sizilien) zu sehen sein.

Plessi beruft sich in seinen Installationen auf die Gedanken und Theorien des antiken sizilianischen Philosophen Empedocles, der als Begründer des Konzeptes der Elemente Wasser, Luft, Feuer und Erde als die vier elementaren Bestandteile unserer Welt gilt. Von außen sehen die Elemente aus wie solide Steinkolosse, als wären sie Bestandteil der Ruinen des Tempelbezirks. Im Innern lösen sie sich auf in lebendig gewordene Urelemente, wie Lava, Regen, Wind und Gewitter. Plessis Installation fokussiert Themen wie „Respekt vor der Umwelt“ und strebt mit seiner Darstellungsweise einen Ausgleich zwischen Mensch und Natur an. Sein Kunstwerk in Sizilien eröffnet einen Dialog zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Eingebunden in die großartigen baulichen Leistungen der antiken Zivilisation leitet er uns zu einem ganz neuen, noch nie zuvor diskutierten Themenkomplex – dem Wechselspiel zwischen Kunst und der modernen Welt der Erneuerbaren Energien.

Quelle: SiG Solar Gmbh 2012

Mehr dazu: http://www.solarnovus.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5019:intersolar-europe-2012-artist-fabrizio-plessi-joins-art-and-pv&catid=41:applications-tech-news&Itemid=245

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Energiebilanz von Atomstrom

Die CO2-Emissionen von Atomstrom liegen unter Einbezug der sinkenden Uran-Erzgehalte deutlich über jenen von Wind, Wasserkraft und Sonnenenergie. Zu diesem Schluss kommt eine österreichische Studie, die die gesamte Produktionskette berücksichtigt.

Die CO2-Bilanz von Atomstrom hängt vor allem vom Erzgehalt des verwendeten Urans ab. Da dieser aber mit zunehmender Förderung immer tiefer liegt, nimmt der Kohlenstoffdioxid-Ausstoss pro erzeugte Kilowattstunde exponentiell zu, der Energieverbrauch für die Uranerzförderung steigt. «Ab einem Erzgehalt von ca. 0,01 % wird der Energieaufwand für den Abbau so hoch, dass die Gesamtenergiebilanz negativ wird,» erläutert Andrea Wallner vom Österreichischen Ökologie-Institut. Wird die Atomenergie weltweit weiter forciert, dürfte sie gemäss den Resultaten der Forscher Jan Willem Storm van Leeuwen und Philip Smith schon in 20 bis 30 Jahren die schlechtere CO2 Bilanz haben als Strom aus Gaskraftwerken.

Quelle: http://nein-zu-neuen-akw.ch/?p=2110

Österreichisches Ökologie Institut:  http://www.ecology.at/lca_nuklearindustrie.htm

 

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