Verfrühte Standortsuche lenkt von Problemen ab

SES-Medienmitteilung, 31. August 2010

Am 1.9.2010 startet die Anhörung des BFE zur Etappe I der Atommülllager-Standortsuche. Diese Suche ist jedoch völlig verfrüht, denn das Lagerkonzept der Nagra ist nicht ausgereift. So nicht! findet deshalb die SES.

Nach über 30 Jahren Forschung ist das Problem der hochradioaktiven Abfälle weltweit noch nicht gelöst. Zwar wurde das von der Nagra vorgelegte Lagerkonzept 2006 vom Bundesrat abgesegnet, doch sind unzählige technische Fragen bis heute nicht beantwortet. Das Nagra-Konzept verfolgt ein «Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn»-Prinzip, denn das Lager soll dereinst vollständig verschlossen und nicht überwacht werden. Dies kann fatale und teure Überraschungen für die Zukunft und damit für die kommenden Generationen bergen. Bevor die Bevölkerung aufgefordert wird mitzureden, muss ein ausgereiftes Konzept auf den Tisch, das Antworten auf die offenen Fragen gibt:

  • Technische Aspekte? Die Nagra weiss nicht, welches Behältermaterial das richtige ist und wie sie mit der Gas- und Wärmeentwicklung umgehen soll.
  • Markierung? Noch immer ist unklar, wie das Atommülllager über 33´000 Generationen markiert werden soll. Was ist, wenn in 500 Jahren genau dort nach Erdwärme gebohrt wird?
  • Überwachung und Rückholbarkeit? Der Atommüll muss jederzeit kontrolliert und im Notfall zurückgeholt werden können. Das Problem: Die Nagra sieht keine Langzeitüberwachung vor.

Kein Gleichstand bei der geologischen Standort-Abklärung
Die Nagra hat die Standortauswahl unsorgfältig durchgeführt. Da nicht überall dieselben Untersuchungen gemacht wurden, ist die Geologie der Standorte zum heutigen Zeitpunkt nicht wirklich vergleichbar. Mittlerweile bemängelt das auch der Ausschuss der Kantone (AdK). Er spricht von «verbleibenden Ungewissheiten in den geologischen Standortgebieten», die ausgeräumt werden müssen. Am selben Strick ziehen auch die unzähligen Bürgerbewegungen, die sich in den Regionen formiert und in Vereinen organisiert haben.

Die Standortsuche lenkt von den ungelösten Problemen und offenen Fragen ab. Die Schweiz braucht reversible Lösungen auf Zeit, statt Scheinlösungen für alle Ewigkeit.

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IPPNW fordert Ächtung von Uranabbau

IPPNW-Pressemitteilung vom 31. August 2010:

19. Weltkongress der IPPNW in Basel

 

Die Resolution bezeichnet Uranabbau und die Produktion von Yellowcake außerdem als eine „Verletzung der Menschenrechte“. Das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit, auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung, auf den Schutz der Menschenwürde und auf sauberes Wasser sind nach Ansicht der Ärzte nur einige der Menschenrechte, die durch Uranabbau und seine Weiterverarbeitung verletzt werden.

Die Resolution ist ein Resultat der am 26. August 2010 in Basel tagenden Konferenz „Sacred Lands, Poisoned Peoples“ über Uranabbau. Aktivisten aus allen Hauptfördergebieten der Welt, viele davon Repräsentanten indigener Völker, hatten sich über Gesundheitsfolgen und Umweltschäden ausgetauscht. In der Folge haben Delegierte der deutschen und schweizer IPPNW Sektionen die Resolution mit dem Aufruf zur Ächtung von Uranabbau bei der zweijährlichen Sitzung der internationalen IPPNW-Föderation eingebracht.

Die Ergebnisse der Konferenz in Basel zeigen, dass Uranabbau das Grundwasser kontaminiert, und die Radioaktivität in den Abraumhalden, Tailings und Verdunstungsbecken verbleibt. Uran und seine radioaktiven Zerfallsprodukte sind hoch giftig. Sie greifen innere Organe und die Atemwege an. Die präsentierten wissenschaftliche Studien zeigen, dass folgende Krankheiten durch die Exposition von Radon, Uran und seine Zerfallsprodukte verursacht werden: Bronchial- und Lungenkrebs, Knochenmarkkrebs, Magen-, Leber-, Darmkrebs, Krebs der Gallenblasen, der Nieren und der Haut, Leukämie und andere Bluterkrankungen, psychische Störungen und Geburtsfehler.

Die IPPNW sieht die Verbindung zur Weiterverbreitung von Atomwaffen als besonders relevant für ihre Arbeit. Ein Ende von Uranabbau würde außerdem den Ausstieg aus der Atomenergie beschleunigen und die Dringlichkeit eines Umstiegs auf Erneuerbaren Energien verstärken.

Mehr Informationen über die Konferenz und Uranabbau sowie den vollständigen Text der Resolution finden Sie auf: www.nuclear-risks.org

Kontakt:
Anne Tritschler, Tel. 030 698074-14, tritschler@ippnw.de
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in Sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de

IPPNW Resolution zur Ächtung von Uranabbau (engl.)

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Erfolgsgeschichte der erneuerbaren Energien in Deutschland setzt sich ungebrochen fort

Die Erfolgsgeschichte der erneuerbaren Energien in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr ungebrochen fortgesetzt. Dies dokumentiert die Publikation „Erneuerbare Energien in Zahlen“, die das Bundesumweltministerium jetzt in einer aktuellen Fassung vorgelegt hat.

Die Investitionen in Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland stiegen 2009 ungeachtet der Wirtschaftskrise auf ein Rekordhoch von über 20 Milliarden Euro; die gesamte Wertschöpfung der Erneuerbaren (Investitionen und Betrieb) betrug 37,5 Milliarden Euro und lag somit um fast ein Viertel über dem Vorjahreswert (2008: 30,6 Milliarden Euro). Quelle:BMU 2010

Weitere Informationen

Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2009

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Etwas müssen wir tun…

In den letzten Monaten ergossen sich etwa 400 Millionen Liter Erdöl in den Golf für Mexiko – Öl für eine Stunde Weltverbrauch. Dabei könnten Sie mit einfachen Tricks sehr viel Öl sparen.
Energie sparen kann jede/r – jeden Tag! Das geht auch ohne grosse Investitionen wie etwa eine Solaranlage. Rüsten Sie beispielsweise Ihre Dusche mit einem Gummiringli (Durchflussbegrenzer) aus und sparen Sie damit 106 Liter Öl pro Jahr und Vier-Personen-Haushalt.

Bitte treten Sie in Aktion: Gehen Sie in den nächsten Supermarkt «Erdölbremserli» kaufen (siehe PDF «SES-August-Mailing» unten) und spenden Sie die damit gesparten Energiefranken (z.B. CHF 50.-, 100.- oder 200.-) der SES für die Peakoil-Kampagne im Bundeshaus. So kommen wir einen Schritt weiter.

» PDF «SES-August-Mailing» hier

» hier das gesparte Geld spenden

» mehr zum Thema Mengenbegrenzer und energieeffiziente Duschbrausen hier

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Baden-Württemberg ist schon vom Klimawandel betroffen

„Wenn sich Klima und Umwelt ändern, muss auch der Mensch reagieren. Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels wird daher – neben dem Klimaschutz – immer wichtiger.“

„Die Infrastruktur muss technisch auf die sich verändernden Bedingungen ausgerichtet werden. Die jüngsten Vorkommnisse mit der Klimatisierung im Zugverkehr der Bundesbahn sind ein warnendes Beispiel. Neben der Zunahme von hitzebedingten Krankheits- und Todesfällen müssen wir damit rechnen, dass mit den ökologischen Veränderungen neue Krankheitserreger auftreten. Die Gesundheitsversorgung und -vorsorge muss sich diesen neuen Herausforderungen stellen“, so Ministerin Gönner.

Klimawandel bietet auch Chancen

Während sich die Landwirtschaft relativ rasch durch eine neue Sortenwahl auf Klimaänderungen einstellen kann, muss im Obstbau und beim Forst die Sortenwahl auf die zukünftige Entwicklung vorausschauend abgestellt werden. In Landwirtschaft und Weinbau kann der Klimawandel auch Chancen bieten. So könnten bessere Anbaubedingungen für anspruchsvollere Rebsorten dem Weinbau positive Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Umweltministerin Tanja Gönner und die Präsidentin der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Margareta Barth, stellten in Stuttgart die Broschüre „Klimawandel in Baden-Württemberg – Fakten, Folgen, Perspektiven“ vor.

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