Stellungnahme zum Sachplan geol. Tiefenlager, Etappe 1

Grundsätzliche Kritik an der Wahrnehmung des Gesamtprojektes Atomenergie:

Es besteht in der Wahrnehmung des Gesamtunternehmens „Atomenergie“ offensichtlich eine ausgesprochen gespaltene Wahrnehmung und eine ungenügende Verknüpfung der verschiedenen Bereiche. Generell wird Unangenehmes ganz ausgeblendet. Der Öffentlichkeit werden Expertenberichte isolierter, scheinbar geschlossener Projektteile vorgestellt. Diese werden als gelöst und sicher präsentiert, ohne dass sie mit der gesamten Problematik der Atomenergieproduktion verknüpft sind. Der Sinn dieser fehlerhaften Wahrnehmung liegt wohl darin, dass damit von der Atomenergietechnologie ein positives Bild präsentiert werden soll. Dies entspricht nicht den Fakten und widerspricht einer verantwortungsvollen und dringend notwendigen zusammenhängenden Projekt- und Prozessbearbeitung.

Zusammenfassung der Stellungnahme:

Der Sachplan Tiefenlager ist nicht in die gesamte Problematik der Atomstromproduktion vom Uranabbau bis zur Endlagerung eingebunden.
Aufgrund der beschriebenen Häufung von Risiken kann der Opalinuston die an ihn gestellten Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen. Er ist als Deponieort für radioaktive Atomabfälle infolge seiner Instabilität nicht geeignet. Der verwendete Sicherheitsbegriff ist vollständig abzulehnen. Ebenso muss die Verantwortung und die dazugehörende Haftpflicht geklärt werden.
Von Vertrauen in die vorgelegte Lösung kann keine Rede sein.
Der vorliegende Sachplan ist deshalb zurückzuweisen.

Stellungnahme

Gerne stellen die Verfasser obige Stellungnahme als Ganzes oder in Teilen davon zur Verfügung. Sie soll auch als Anregung zu einer persönlichen Eingabe oder Leserbrief verstanden werden. Damit hoffen wir, dass viele Personen/ Organisationen eigene Eingaben und/oder Leserbriefe/ Pressemitteilungen machen.

Die Schweizerische Energie-Stiftung weist in ihrer Stellungnahme den Ergebnisbericht der Etappe 1 zurück, denn das Lagerkonzept ist unausgereift, die Standortsuche verfrüht und der Ergebnisbericht verharmlosend.

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Gasvorkommen im geplanten Atomlager Gorleben

Neue Aktenfunde: Gaslecks bei Schachtvorbohrungen wurden verschleiert

2.11.2010 Greenpeace informiert, dass bereits bei Erkundungsarbeiten in den 80er Jahren Gas festgesellt worden ist. Die Organisation beruft sich auf Akten aus dieser Zeit.
Fazit aus geologischer Sicht von Ulrich Schneider, Geologe und Mathias Edler, Atomexperte Greenpeace: Gas hat –ebenso wie Wasser –in einem Endlager für hochradioaktive Abfälle nichts zu suchen!
Eine Langzeitsicherheit des Salzstockes Gorleben ist nicht gegeben!

Mehr dazu:

http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/presseerklaerungen/artikel/greenpeace_gas_im_geplanten_endlager_gorleben/

Tatsächlich seien, so sagt der Physiker und Spezialist für Salzstock-Analyse Heinz Nickel, der Öffentlichkeit in der Vergangenheit wichtige Forschungsergebnisse vorenthalten worden.

Mehr dazu:

http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,1872,8126155,00.html?dr=1

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Erneuerbare Energien: „Vorteile statt Vorurteile“

Der Schweiz steht die gesamte Palette der erneuerbaren Energien zur Verfügung. Mit einer sinnvollen Förderung und einer gleichzeitg effizienteren Nutzung sind diese in der Lage, unseren gesamten Energiehunger zu stillen. Denn: Erneuerbare Energien können nicht aufgebraucht werden. Sie warten nur darauf, intelligent genutzt zu werden.

Die Publikation «Erneuerbare Energien: Vorteile statt Vorurteile“ nimmt anhand einer Bestandesaufnahme in der Schweiz die aktuelle Debatte auf, widerlegt Vorurteile und verdeutlicht das energiepolitische und volkswirtschaftliche Potential der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Knapp zwei Drittel der Kraftwerke, die 2009 in Europa gebaut wurden, produzieren erneuerbare Energien.

Die neue Broschüre der Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz:

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Protest gegen Atomlager in Altenburg 13.10.2010

Schweizer finden kein Gehör bei Jestettern. Bürger und Politiker diskutieren in Altenburg (Südkurier Kreis Waldshut)

Von jung bis alt, über alle Parteigrenzen hinweg waren die Menschen zum Protest gegen die Endlagerpläne der Schweizer Regierung zur Gemeindehalle Altenburg gekommen.         

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Hochrhein – Die Nationale  Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfällen (Nagra) stellte am Mittwochabend im Jestetter Ortsteil Altenburg die möglichen Standorte für die Lagerung radioaktiver Abfälle in unmittelbarer Grenznähe vor. Es war die einzige Veranstaltung dieser Art auf deutschem Boden. Gut 400 Erwachsene und Kinder, die später zu Zuhörern in der Altenburger Gemeindehalle wurden, protestierten vor der Halle. Landrat Tilman Bollacher und Bürgermeisterin Ira Sattler sowie die anwesenden Bürger bemühten sich in aufgeladener Atmosphäre, von Vertreter der Schweizer Energiebehörden zu Schweizer Atomendlagerplänen zufriedenstellende Antworten zu bekommen.

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Es war ein Menschenauflauf, wie ihn Altenburg noch selten gesehen hatte. Darunter die Bürgermeister Martin Benz, Alexander Fink, Jürgen Link und Volker Jungmann, Thomas Feurer, der Stadtpräsident von Schaffhausen, zahllose Gemeinderäte und Atomkraftgegner. Mittendrin Fernsehanstalten aus Deutschland und der Schweiz.

Franz Schnider und Michael Aebersold vom Bundesamt für Energie (BFE) hatten die undankbare Aufgabe, die Schweizer Pläne zur Atomendlagerung zu erläutern. Ein schwieriges Unterfangen, vor allem in Anbetracht der kritischen Anmerkungen von Landrat Bollacher und Bürgermeisterin Sattler. „Es heißt bewusst Mitwirkung und nicht Mitbestimmung“, erklärte Aebersold und zog sich damit den Unmut vieler Anwesender zu. Sein späterer Hinweis auf finanzielle Entschädigungen der betroffenen Gemeinden machte seinen Stand nicht einfacher.

Tilman Bollacher, verantwortlich für die 167 000 Einwohner des Kreises, machte seine starken Vorbehalte gegen die Endlager deutlich: „Wenn die Sicherheit oberstes Gebot ist, dann müssen alle Regionen der Schweiz mit der gleichen Intensität untersucht werden, nicht nur die Gebiete am Hochrhein.“ Ira Sattler kritisierte die Eile, in der das Verfahren durchgepeitscht werde. Nach ihrer Ansicht drängt die Schweiz nur deshalb auf einen Entsorgungsnachweis, weil dieser Voraussetzung für den Bau neuer Atomkraftwerke sei. „Höchste Sicherheit und Zeitdruck schließen sich aus“, so die Bürgermeisterin. Sie rief die Zuhörer und die Bevölkerung dazu auf, ihren Protest jetzt zu artikulieren. Für Ira Sattler steht der Ausbau der erneuerbaren Energien im Focus, was letztendlich die Abkehr von der Atomenergie bedeutet. Die BFE wollte die Endlagerfrage nicht mit dem Betrieb von AKWs verknüpfen.

Bei der abschließenden Diskussion mit den Vertretern von Nagra, Ensi (Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektoriat) und BFE registrierten die Anwesenden voller Verwunderung, dass Markus Fritschi (Nagra) nicht über die Thermalquelle in Nack Bescheid wusste und kritisierten, dass er die Erdbebengefahr herunterspiele.

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